Gourmesse 2008

Die Gourmesse 2008 war ein Erfolg. Über zehntausend Besucher pilgerten auch dieses Jahr ins Zürcher Kongresshaus. Ein kurzer Rückblick.

TEXT: JAKOB MOOSMANN / FOTOS MARCEL STUDER

Es war wie verhext, ausgerechnet am ersten Messetag, strahlte, nach wochenlangem Regen, die Sonne wieder über Zürich. Es gibt viele Sachen, die sich ein Messeorganisator wünscht, schönes Wetter gehört nicht dazu. Auch die Sturmböen am Firmament der internationalen Finanzmärkte dürften im Vorfeld der Messe einige Fragezeichen aufgeworfen haben.

Als dann aber die ersten von insgesamt über zehntausend Besucher in die Messe strömten, verwandelten sich sämtliche Befürchtungen in Zuversicht. Von einer Rezession war nichts zu spüren. 152 Aussteller – ein neuer Rekord – zeigten einem interessierten Publikum auf 4000 m² eine Vielfalt an bekannten und unbekannten Delikatessen.

Besonderen Wert legten die Messeorganisatoren auf einen ausgeglichenen Produkt-Mix. «Wir haben die Flut von Olivenölen gegenüber den letzten Jahren erfolgreich eingedämmt», erklärt Messedirektor Stefan Schramm. Auch das Weinangebot wurde auf einige wenige, aber hochklassige Anbieter reduziert. Von dieser Massnahme profitierten vor allem kleine Delikatessen-Hersteller, die erstmals an der Gourmesse ausstellten.

Eine Neuheit war die Kochinsel, welche anstelle der Showküche ein zahlreiches Publikum begeisterte. Spitzenköche wie Antonio Colaianni, Torsten Götz oder Pâtissier-Weltmeister Rolf Mürner kreierten nur einen halben Meter vom Publikum entfernt Gerichte zu verschiedenen Themen. «Wir wollten die Köche mitten ins Publikum bringen», sagt Messe-Projektleiterin Petra Schenini. Die Kochinsel wertet Schenini als Erfolg, die Besucher wurden eingeladen mitzukochen und durften die Häppchen kostenlos degustieren. Allerdings ortet sie auch
Verbesserungspotential: «Der Andrang war so gross, das der Durchgang zu anderen Ständen zeitweise versperrt wurde, nächstes Jahr muss die Kochinsel grosszügiger geplant werden.»

Trotz oder gerade wegen des Erfolges, sind die Notizbücher der Messeleitung mit Verbesserungsmöglichkeiten gefüllt. «Wir können und wollen nicht wachsen, die Gourmesse wird immer eine Nischenmesse bleiben, aber die Qualität muss weiter gesteigert werden», resümiert Stefan Schramm. Die Seminare beispielsweise sollen noch professioneller gestaltet und die Aussteller noch genauer ausgewählt werden. Man darf gespannt sein, auf nächstes Jahr, wenn es aufs Neue heisst. «Wir gourmessen wieder.» ■

Ausgabe 8/2008