Hotel Victoria, Meiringen
Frisch und modern kommt das neue Restaurant im Hotel Victoria in Meiringen daher. Das Hotelierpaar Franziska und Simon Anderegg haben die Räume komplett neu gestaltet und damit vollendet, was mit dem Hotelzimmer-Umbau im Jahr 1999 begonnen hatte. Die grosszügigen Fensterfronten und geraden Linien des bestehenden Gebäudes gaben den Architekten die Struktur bereits vor. Deshalb entstanden durchgehende Flächen an Böden, Wänden und Fronten.
Das Resultat ist ein edles Restaurant mit Wohlfühlatmosphäre. Natürliche Materialien wie Holz, Leder und Textilien dominieren. Die Wände sind in zwei unterschiedlichen Aubergine-Tönen gestrichen. Die Böden aus massiver, geölter Eiche und eine Akustikdecke aus Gips sorgen für angenehme Stimmung. Die orange hinterleuchtete Bar-Front, das Feuer in der Restaurantmitte sowie die orangen Bamboo-Leuchten ergeben ein gelungenes Gegenspiel zu den dunklen Wänden und Möbel. Die Erneuerung des Familienbetriebs ging sogar bis ins Detail: Von den weissen Tischtüchern, dem Geschirr mit sichtbarem Logo und dem 60er-Jahre-Stil hat sich das Gastgeberpaar getrennt.
Ein ganz besonderer Blickfang sind die Werke vom Hauskünstler Martin Brunner. Seine filigranen Kuhhorn-Skulpturen bilden einen Gegensatz zum massiven Tisch. Und mit seinen Schwarz-Weiss-Fotografien von Berner-Oberländer-Bergen holt Brunner die Schönheiten der Umgebung ins Restaurant hinein.
Restaurant Muntanella, Arosa
Das Restaurant Muntanella im Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa erscheint neu in warmen Rottönen mit viel Holz und Stoff. Das Restaurant ist in zwei verschiedene Raumteile gegliedert. Der vordere Teil wird als Tagesrestaurant benutzt und strahlt durch den fein gestreiften Spannteppich eine etwas nostalgische Atmosphäre aus, ist aber trotzdem durchaus modern eingerichtet.
Der hintere Teil ist durch eine mobile Wand vom Tagesrestaurant abgetrennt. Dort werden die Gäste am Abend bei Kerzenlicht und weiss eingedeckten Tischen empfangen. Wände, Möbel und Böden im Gourmetrestaurant sind aus amerikanischem Nussbaum, ebenso der begehbare Weinschrank, mit über 2500 Flaschen.
Immer wiederkehrende und auffällige Sujets im Gourmet-Teil sind Tiere aus der Bergwelt. Sie erscheinen zum Beispiel als Stickerei auf den Rückenlehnen der Stühle mit den roten Ledersitzflächen oder, ebenfalls als Stickerei, auf der Trennwand. Blickfang im Muntanella ist der Kuh-Himmel. Der Aroser Künstler Adrian Altmann hat 16 verschiedene Kuhköpfe fotografiert, geplottet und anschliessend an die Decke gemalt. Jeder dieser Köpfe passt also zu einer original Arosa-Kuh. Vor dem hellblauen Kuh-Himmel hängen zudem 39 Glocken in allen Grössen.
0815, Zürich
0815 | 2 heisst die neue Bar im Zürcher Seefeldquartier. Dabei ist das Konzept alles andere als 0815 – oder eben banal. Vielmehr ist es wandelbar und zwar je nach Bedürfnis der Gäste. In den Morgenstunden ist es eine Kaffeebar, am Mittag gibt es ein schnelles Mittagessen und am Abend wird es zur Tapasbar, Weinstube und später zur Musiklounge. Für den Gastgeber Mike Gut ist die Kommunikation in seinem Lokal das Wichtigste und zwar zu jeder Tageszeit. Die-se Aufgabe löste Architekt Gus Wüstemann mit seinem 3-Ebenen-Konzept: «Die Gäste haben die Köpfe alle auf der gleichen Höhe, egal ob sie sitzen oder stehen. So kann die Kommunikation fliessen.» Die Sitzflächen befinden sich auf einer Art erhöhter Bühne mit zwei Höhenstufen. Auf der ersten Ebene sitzen die Gäste auf erhöhten Sitzbänken am Tisch, auf der zweiten Ebene auf niedrigen Bänken. Die tiefste Ebene befindet sich im Bar-Bereich, dort, wo die Gäste stehen.
Gerade und klare Linien dominieren die Inneneinrichtung. Die Möbel, die Bar sowie die «Bühne» sind aus belgischer, geölter Eiche. Das ganze Lokal ist in dunklen Farbtönen gehalten, die Wände sind Anthrazit, die Decke ist schwarz und die Sitzflächen aus schwarzem Leder. Die grosse Wandfläche mit dem 0815-Logo sowie die Bar-Front sind warm und dezent beleuchtet. Sechs Quadrat-Lampen an der Decke unterstützen das Lichtkonzept. Je nach Tageszeit und Kundschaft können alle Beleuchtungselemente individuell gedimmt werden.
Übrigens: Die 0815-Bar ist bereits die zweite ihrer Art in Zürich. Das Gastronomiekon-
zept ist dasselbe, nicht so aber das Architektonische. Das erste 0815 befindet sich an der Lintheschergasse in Zürich.
Ausgabe 8/2008


