Kann die das?

Susy Brüschweiler führte den klassischen Wohlfahrtsverband SV-Service in die Moderne und steht heute an der Spitze der international agierenden SV-Group. Ein Jahr vor ihrer Pensionierung trifft Salz&Pfeffer die Grande Dame des Caterings in Dübendorf. Susy Brüschweiler setzt sich zum Interview, mustert uns und lacht.

Text: Regula Lehmann, Tobias Hüberli/Fotos: Christian Schwarz

Susy Brüschweiler (61) ist seit 1995 CEO der SV Group AG (ehemals SV Service) und verantwortlich für die operative Führung von SV Schweiz, Österreich und Deutschland. Von 1986 bis 1990 leitete sie eine Krankenpflegerschule in Lausanne, danach war sie als Rektorin der Kaderschule für Krankenpflege in Aarau tätig. Brüschweiler ist gelernte Krankenschwester und bildete sich später in Wirtschaft und Unternehmensführung weiter. Sie hat mehrere Verwaltungsratsmandate inne und gehört dem Vorstand des Arbeitgeberverbandes an.

Salz&Pfeffer: Susy Brüschweiler, warum lachen Sie?
Susy Brüschweiler: Ach, wissen Sie, mich verbindet mit Salz&Pfeffer eine besondere Geschichte. Damals hatte Daniel E. Eggli ein Problem mit meinem Einstieg in die Cateringbranche.

S&P: Inwiefern?
Brüschweiler: Er war erbost, dass die Aufgabe als CEO bei SV-Group jemand übernimmt, der nicht aus dem Gastronomiebereich kommt. Deshalb schrieb er einen bösen Artikel mit dem Titel «Kann die das?». Das ging so richtig unter die Gürtellinie.

S&P: Sie hatten tatsächlich null Erfahrung in der Gastronomie.
Brüschweiler: Der damalige Vereinsvorstand wollte jemand Externes, einen frischen Wind. Und das bedeutet auch immer Veränderung.

S&P: Nach Ihrem Amtsantritt stürzten Sie unter anderem
das Anti-Konkurrenzabkommen.
Brüschweiler: Ich hatte eine gute Beziehung zu Jacques Guignard (DSR) und Regula Pfister (ZFV). Wir waren uns einig, das Abkommen aufzulösen. Ansonsten hätten wir den Markt Eurest und Restorama überlassen, welche das Konkurrenzverbot nicht mitmachten. Damals vereinbarten wir aber auch, dass wir uns fair konkurrenzieren wollen. Das
heisst, dass wir uns nicht gegenseitig Kunden abwerben wollten, von denen wir wussten, dass sie in guten Händen sind. Wenn aber ein Kunde Anzeichen gab, neu Auszuschreiben, war klar, dass wir alle offerieren.

S&P: Wie fair ist der Konkurrenzkampf heute?
Brüschweiler: Es herrscht eine gesunde Konkurrenz-
situation. Unsere Unternehmen haben ja alle die gleichen Geschichten, das gibt uns gegenseitig gewisse Sympathien.

S&P: Sie verlassen das Unternehmen per April 2010 und gehen in den Ruhestand. Kehren Sie der SV-Group den Rücken?
Brüschweiler: Zur Verfügung stelle ich meine Aufgabe schon per 1. Januar 2010. Nach Verabschiedung der Generalversammlung 2010 werde ich Mitglied unserer Hauptaktionärin, der SV-Stiftung und übernehme deren Präsidium. Ich bleibe dem Unternehmen sozusagen erhalten.

S&P: Sie haben in den 15 Jahren als CEO viel für den Job investiert. Wie gestalten Sie Ihr Leben nach der Pensionierung?
Brüschweiler: Ich bin jemand, der sehr gerne Freizeit hat, und Ferien. Ich reise seit jeher gerne. Aber ich hatte jetzt 40 Jahre lang immer befristete Ferienzeit und konnte nicht einfach mal nach Asien, oder Amerika. Das will ich nachholen.

S&P: Sie besuchen mindestens einen Networking-Anlass pro Woche. Ein Muss?
Brüschweiler: Für mich war es nie nur ein «Dürfen», an solchen Anlässen teilzunehmen. Diese Präsenz in den Verbänden und Anlässen habe ich auf mich genommen, damit das Unternehmen präsent ist. Ich wäre am Abend mitunter auch lieber zu Hause geblieben, als mich in einen Kreis schwarz gekleideter Männer zu stellen.

S&P: Wie sehen Sie die Zukunft der SV-Group?
Brüschweiler: In diesem Jahr sind wir bezüglich Umsatz gut gestartet, obwohl die deutsche Autoindustrie und viele Zulieferer Kurzarbeit eingeführt haben. Der Care-Bereich ist von der Krise nicht betroffen. Und im Business Catering hängt es davon ab, ob es Personalabbau bei unseren Kunden geben wird. Darauf sind wir aber vorbereitet.

Vollständiger Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Salz&Pfeffer.

Ausgabe 2/2009

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