Minamoto, Basel

Text: Tobias Hüberli & Regula Lehmann

Vis-a-vis vom Badischen Bahnhof in Basel steht seit 3 Monaten eine ästhetisch, kulinarische Attraktion. Das Restaurant Minamoto ist ein japanisches Reisschüssel-Franchise-Konzept, genannt Donburi (in Japan etwa so populär wie hierzulande der Kebap). Serviert bekommt man im Minamoto eine Schüssel Reis, mit frisch zubereiteten Beilagen; zum Beispiel Miso-Ente, Gemüse und Pilze. Der Clou des Konzepts besteht neben einer schmackhaften und möglichst fettfreien Küche in ihrer Schnelligkeit: In Japan muss ein Donburi in 60 Sekunden zubereitet sein.
Für die Inneneinrichtung des Minamotos verpflichtete die Matisse AG (eine recht interessante «Bude», aber das ist eine andere Geschichte) den Innenarchitekten Jan Baeschlin, der bereits bei der Gestaltung des Restaurants Noohn mitgewirkt hatte. Baeschlin verlieh dem Minamoto ein puritanisches, dem modernen Japan entsprechendes Ambiente.
Während im Eingangsraum warme Beige-, Schlamm- und Caramel-Farben locken (es wurden Farbstudien durchgeführt), ist der «weisse Saal» geradezu provokant in blendendem Weiss gehalten. Die Lichtquellen im Minamoto sind zahlreich und exquisit. Da wären etwa handgemachte Pergament-Lampen (Ingo Maurer), Karbonfaser-Leuchtzylinder (Karboxx) oder von Jean-Marie Massaud entworfene Ölkerzen (B&B Italia). Der Sake im beleuchteten Holzgestell hinter der Bar ist noch auf der anderen Seite der Kreuzung zu sehen und auch der Gang zum stillen Örtchen hält so einige architektonische Überraschungen parat.

Zunfthausrestaurant Pfistern, Luzern

Das Zunfthausrestaurant Pfistern ist in Luzern schlicht als «d’ Pfestere» bekannt. Ursprünglich diente das Lokal als Zunfthaus der Bäcker und Müller, später wirtete dort über dreissig Jahre lang die bekannte Wirtin Liselotte Schmid. Ende 2008 übernahm die Remimag AG das altehrwürdige Haus und unterzog dieses einem sorgfältigen «Facelifting». Insgesamt beherbergt es aktuell vier Restaurants: Die «Reuss-Terrasse», die «Beiz» mit ihrer grossen Bar und Balkon, die elegante «Pfisternstube» und den «Zunftsaal».

Dem Architekt Martin Polzer ist der dezente Umbau und der Mix aus alten und neuen Gestaltungselementen besonders im Restaurant «Pfistern-Beiz» geglückt. Dort beliess er die alten Böden, die Wand- sowie die Deckenverkleidungen aus dunk-
len Naturhölzern. Ebenso setzte er Mobiliar aus alten Zeiten in Szene. Dazu entschied er sich für farbenfrohe Stühle mit roten, pinken, hellblauen und türkisen Stoffbezügen, welche er als modernen Gegenpool einsetzt.
An den Decken prangen riesige Lampen aus Aluminium, welche den Raum in weisses oder verändernd pinkfarbenes, grünes oder blaues Licht tünchen. Die Raumaufteilung hat Polzer diskret verändert: Das alte Office hat er aufgehoben und so den Eingang nach hinten versetzt. Wie in alten Zeiten säumen heute noch die Zünftler-Familienwappen die Holzwände. Zudem wacht «Die Bäckerin» von Renoir über das Geschehen in der Beiz.

Wellness Hotel Rössli, Weggis

Das Hotel Rössli in Weggis ist seit jeher als Wellness-Oase bekannt und beliebt. Die Besitzer Josef und Marike Nölly haben das Gebäude laufend renoviert und ausgebaut. Diesen Frühling ging die aktuellste Umbau-Etappe zu Ende, während der das Gebäude in Richtung Süden und Westen vergrössert und die Fassade nach modernen wärmetechnischen Vorschriften neu aufgebaut wurde. Zudem sanierten Nöllys rund 21 Zimmer sowie einen Grossteil des Wellnessbereiches. Verantwortlich für den Umbau zeichnet die Tochter, Mariette Nölly, diplomierte Architektin ETH.
Sie setzte bei der Sanierung voll auf Holz. Die Verkleidung der Fassade ist aus quadratischen amerikanischen Rotzeder-Schindeln, die extrem robust und Wasser abweisend sind. Diese Holzart wurde auch in den Liegeräumen des Wellnessbereiches verwendet, einerseits als Dekorationselement an der Decke und andererseits als Holzrost an der Fensterfront. Dort sorgt die Rotzeder für ein angenehmes Raumklima, da sie feuchtigkeitsregulierend wirkt. Die Balkone und äusseren Bodenroste bestehen aus gelbem Zedernholz, welches eine angenehme und Splitter freie Oberfläche aufweist. Die neuen Zimmer sowie der Wellnessbereich sind mit geöltem, massivem Kirschholzparkett ausgelegt.
Besonders auffällig ist auch die Gestaltung der neuen, grosszügigen Zimmer. In der Mitte der jeweils langen, schmalen Räume thront ein bequemes «Hüsler-Nest». Der Raum und die Möbel sind in weichen Braun-Tönen gehalten, wobei einzelne Kissen und Hocker in Hellgrün einen interessanten Kontrast dazu setzen.

Ausgabe 4/2009

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