Hotel Allegro, Bern

Text: Regula Lehmann

Das Hotel Allegro im Berner Kursaal hat seine Gästezimmer einem Facelifting unterzogen. Kernstück der Erneuerung waren die 111 Frontzimmer auf vier Etagen, deren Korridore in das hohe Atrium hinausgehen. Projektleiter Peter Kunz von der Bel Etage AG hat in seinem Umbau-Konzept den vier Stockwerken je ein Edelmetall zugeteilt: Messing, Platin, Silber und Gold. Die Teppiche in den Korridoren sowie die neuen Textilien wie Sesselbezüge und Kissen in den Gästezimmern schimmern jeweils in den Farben des zugeteilten Edelmetalls. So auch die neuen Tapeten, in denen zudem feine Schriftzüge eingearbeitet sind. Es handelt sich dabei um italienische Texte rund um die musikalische Bedeutung von «Allegro».
Die Frontzimmer sind zwar das Herzstück der Renovation, zusätzlich wurden aber auch die 60 Atriumzimmer erneuert, welche vor zehn Jahren unter den Mottos «Broadway» und «Asia» eingerichtet wurden. Die Mottos sind geblieben, wurden aber neu interpretiert. Die Broadway-Zimmer kommen neu farbenfroh daher. Die bunten Textilien erinnern an Leuchtreklamen und die Gesichter-Tapeten an das urbane Leben. Die Asia-Zimmer sind natürlicher und ruhiger. Die Farben beschränken sich hier auf ein Lindgrün in vier verschiedenen Intensitäten. Schöne Elemente sind die echte Schilftapete am Bettkopf sowie das Bambus-Furnier-Parkett, welches auf Schall dämpfendem Kork verlegt ist.

Mühlbach, Chur

Der neue Gastronomiebetrieb «Mühlbach» der Merz-Gruppe liegt direkt neben dem Café Merz in der Bahnhofstrasse in Chur. Früher, als der Mühlbach noch die Generatoren zur Elektrizitätsgewinnung antrieb, diente dieses Gebäude als Geröllschieber. Heutzutage sind die Generatoren verschwunden, der Mühlbach fliesst in Rohre gezwängt unter dem Boden und im sieben Meter hohen Beton-Gebäude werden Gäste mit kleinen Speisen und am Abend mit Apéro-Häppchen verköstigt. Rund zwei Drittel des Lokals sind noch im Originalzustand, nur das vordere Drittel wurde neu dazugebaut.
Der verantwortliche Architekt Conradin Clavuot spielt in der Inneneinrichtung mit den extremen Gegensätzen von warm und kalt: Bis auf Kopfhöhe verwendet er Erdtöne, die Wärme und Geborgenheit vermitteln. Boden, Mobiliar und Theke bestehen aus geöltem, gebürstetem Eichenholz und die Wandpaneelen aus weissem Leder. Damit eine schöne Einheit entstand, wurden alle Einrichtungsstücke aus demselben Holzschnitt hergestellt. Als Kontrast zum «Erdigen» ist die obere Raumhälfte aus grobem Beton in sattem Blau gehalten. Diese Farbe symbolisiert die Unendlichkeit des Himmels und schafft optisch zusätzlichen Raum. Ein kreisrundes Oberlicht an der Decke stellt die Verbindung zum «echten» Himmel her.
Die Lampion-förmigen Leuchten sind übrigens das Werk der Freiburger Künstlerin Séverine Emery-Jaquier. Ebenfalls ein Einzelstück ist der riesige Spiegel an der Wand, dessen Eichenrahmen die Churer Künstlerin Claudia Clavuot mit der Motorsäge bearbeitet hat.

Zum goldenen Gallier, Biberist

«Am Anfang stand die Idee, eine einfache Küche in ebenso rustikaler Umgebung zu bieten», sagt Markus Balsiger, Geschäftsführer und Gründer des Restaurants «zum goldenen Gallier». Aus der Idee ist ein spannendes Themenkonzept entstanden, das sich rund um das alte Gallien dreht und Holzkohlengrill-Spezialitäten sowie typische, gallische, also altfranzösische Leckereien bietet.

Die Gaststube ist in unterschiedliche Themenbereiche unterteilt. Auf dem «Marktplatz» thront ein grosser Holzbaum aus heller Buche, um dessen Stamm die Tische kreisförmig aufgestellt sind. Dieser Bereich wird durch einen Fluss abgetrennt, der in einem 30 Zentimeter tiefen Chromstahlbecken durchs Lokal fliesst. Dahinter laden weisse Römerzelte zum gemütlichen Gelage auf Polsterliegen. Sie sind wie geschaffen für ein römisch-romantisches Tête-à-Tête.
Auf der gegenüberliegenden Seite liegt das Häuptlingshaus mit einem grossen Cheminée und ausgestopftem Wildschwein-Antlitz. Dieser Bereich dient als Lounge, wo sich der Gast einen Metwein aus dem Horn genehmigt.

Im Restaurant zum goldenen Gallier sorgen Tannen- und Buchenholz, ein Kiessteinboden sowie Felle auf den Sitzbänken für archaische Stimmung. Und wenn dann auf den Holztischen gallische und römische Spezialitäten aus den grossen Töpfen dampfen, dann ist das alte Rom tatsächlich nicht mehr fern.