Hotel «Die Krone», Gottlieben

Text: Tobias Hüberli

Das Hotel «Die Krone» in Gottlieben steht seit dem 17. Jahrhundert am Ufer des Bodensees. Napoleon III., Johann Conrad Hippenmeyer (er gründete 1818 die österreichische Nationalbank), Rosa Tschudi und andere illustre Personen haben in dem imposanten Riegelhaus irgendwann einmal gelebt, gelacht oder gekocht. Diesen Januar erfuhr das Haus einen Besitzerwechsel und eine komplette Renovation. Für die Inneneinrichtung, das Farbkonzept und Möbeldesign zeichnen Moritz Richter und Conrad Teuscher verantwortlich.
«Ziel war es, die Krone zu entstauben und eine harmonische Kombination zwischen Romantik und Moderne zu finden», erklärt der Besitzer Raymond Kronig. Dafür kombinierte der gelernte Möbeldesigner Moritz Richter eigene Kreationen mit restaurierten Trouvaillen aus dem Fundus des Hauses sowie aus Internetauktionen. In der Lounge «Madame Pompadour» beispielsweise sorgt ein speziell gefertigtes, silberfarbenes Sofa für den nötigen Kontrast zum gebeizten Parkett und den antiken Stühlen. Das nötige Feuer liefert ein mit Bio-Ethanol betriebenes, geruchloses Design-Cheminée.  
Die 25 Zimmer sind den europäischen Königs- und Fürstenhäusern gewidmet, wobei sich auch in den Gemächern Alt mit Neu vermählt. So finden beispielsweise moderne Lampen von «Santa&Cole» oder «Metalarte» ihren Platz neben einem bei Ricardo ersteigerten, antiken und mit Engelsköpfen verzierten Bett. Gekocht wird übrigens auf zwei verschiedenen gastronomischen Niveaus: In der «Kronenstube» und im «kleinen Napoleon» isst man eine edel-währschafte Küche, im «Schwarzen Schwan» eine Gourmetküche.

Boutique-Hotel GuardaVal, Scuol

Text: Regula Lehmann

Der neuste Streich von Hotelier Kurt Baumgartner heisst Boutique-Hotel «GuardaVal» und befindet sich in Scuol in zwei alten Engadiner Häusern. Das Hotelkonzept umfasst 35 individuell gestaltete Zimmer, ein Gourmetrestaurant sowie ein Wellnessbereich. Das ältere der beiden Häuser wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut, später erweitert und modernisiert.
Die verantwortlichen Architekten Renato und Reto Maurizio aus Maloja haben die ursprüngliche Bausubstanz nun wieder flottgemacht. Alle Elemente, die im Laufe der Zeit dazugebaut wurden, haben sie entfernt. So zeigt sich das Gebäude von innen wie von aussen in seiner Originalstruktur, inklusive 60 Zentimeter dicken Natursteinmauern mit Kalkmörtel. Nur die Böden sind neu und mit Teppich verlegt wegen des Schalls.
Typisch für alte Engadiner Häuser sind das Gewölbe im Erdgeschoss und die Tannenholzverkleidung in den oberen Zimmern. Durch eine zurückhaltende Möblierung kommen die alten Wände und Decken gut zur Geltung. Tisch und Stuhl sind aus Eiche und kommen vom Möbeldesigner «Zeitraum». Die Zimmer im älteren Gebäude gehen in einen grossen, zweistöckigen Vorraum hinaus, wo sich eine alte Holzgalerie befindet.
Das zweite, neuere Haus ist aus dem 20. Jahrhundert und beherbergt das Hotel-Restaurant sowie einige zusätzliche Zimmer. Hier sind die Bausubstanzen und Designs moderner. Das Hotel-Logo, ein grüner Hirsch, taucht an den Glastüren im Innenraum sowie in Form der Graffito-Technik jeweils an den Hausfassaden auf.

1871, Luzern

Text: Regula Lehmann / Fotos: Peter Fischli

Das Restaurant 1871 befindet sich in der ehemaligen Hotel-Halle des Grand Hotel National in Luzern und wurde im Juni von den Gastgebern Roger Widmer und Andrea van Ransbeeck eröffnet. Die Namenszahl bezieht sich auf das Eröffnungsjahr des Hotels, welches im Stil der französischen Renaissance errichtet wurde.
Die Halle wurde vom Hotel-Besitzer Umberto Erculiani sen. vor acht Jahren für 1,2 Millionen Franken restauriert. Ein grosses Team an Restauratoren der Firma Willy Arn AG, Lyss sowie Architekt Hanspeter Haeberli stellten damals den Zustand von anno 1908 wieder her. Will heissen, die Decke erhielt ihre rote, ursprüngliche Farbe zurück, die Säulen in Stuck-Marmortechnik wurden restauriert und die marmorisierende Farbe der Wandflächen wiederhergestellt. Zudem baute die Grand Hotel National AG zwei neue Restaurant-Küchen ein: Eine ebenerdig als Schauküche und eine zweite im Untergeschoss als Produktionsküche. 
Für das Interieur im 1871 sind Isabelle Studer und ihr Team der Ligno In-Raum AG verantwortlich. Sie kreierten unter anderem eine Wein-Vitrine, worin sich 60 Weinflaschen präsentieren. Dank den verwendeten Materialien Glas, golden lackiertes Holz sowie der eingearbeiteten LED-Beleuchtung der Firma Sinnlicht GmbH wirkt der Raumteiler leicht. Die Tische bestehen aus Buchenfurnier und die Stühle sind mit Stoffen in dezentem Rot und Anthrazit bezogen. Das Grundkonzept des Interieurs besteht darin, den historischen Saal nicht zu konkurrenzieren, sondern dessen Charakter mit weniger Materialien zu unterstützen.

Ausgabe 6/2009