Einstein, St. Gallen

Text: Tobias Hüberli

Hunderttausend Kubikmeter Baumasse, 55 Millionen Franken Investitionskapital und drei Jahre Bauzeit. Das Kongressgebäude Einstein Congress sprengt den gewöhnlichen Rahmen der Ostschweizer deutlich. Der fünfstöckige Bau besticht durch ausgeprägte vertikale Linien und geschwungene Formen. Dieser Baustil war prägend für das Stadtbild Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Blütezeit der Ostschweizer Textilindustrie.
Für die Verkleidung der mindestens drei und maximal sechs Meter hohen Räume verwendeten die Architekten von Hilmer & Sattler und Albrecht aus München vorwiegend kanadische Kirsche, für die Böden einen afrikanischen Doussié-Parkett und Schurwollteppiche aus der Ostschweiz. Sämtliche Baumaterialien stammen aus nachhaltiger Produktion.
Zeitgleich eröffnete am 8. September der Einstein Fitnesspark, nur wenige Meter vom Einstein Congress entfernt und mit einer Passerelle direkt mit dem Einstein Hotel verbunden. Die Migros, welche den Fitnesspark führt, investierte 13,5 Millionen in den Innenausbau.
Prunkstück des Einstein Fitnessparks ist das Kristallbad im Lichthof des 4. Stocks. Bei schönem Wetter lässt sich das Glasdach über dem Pool öffnen, zudem erlaubt der gläserne Untergrund des Bades auch von unten direkte Einblicke in die Wasserwelt. Der Einstein Fitnesspark betreibt neben einem Fitness- und Wellnessbereich auch einen Kinderhort.

Cornetto, Ennenda

Text: Regula Lehmann
Eigentlich wollte Hans Jenny für seine Bäckerei Cornetto eine neue Backstube bauen, errichtete im gleichen Zug aber noch ein Café-Lokal. Denn das Land, das er für den Bau erwerben konnte, liegt direkt am Fussgänger- und Veloweg und auf der Strecke zwischen Bahnhof und Industriegelände. Da ist die Nachfrage nach frischen Backwaren, Salaten und Snacks gross.
Reges Interesse geniesst auch das «Schärf-Kaffeekonzept», welches 12 verschiedene Wiener Kaffeesorten und verschiedene warme und kalte Kaffeekreationen beinhaltet.
Der Neubau von 3000m² Fläche wurde von der Gysi Creativ AG realisiert und besteht hauptsächlich aus massivem Beton. Damit ist er gegen Überschwemmungen geschützt, welche hier zugegen öfters vorkommen. Das Erdgeschoss beherbergt den Laden, das Café, eine helle Produktion sowie Lager, Spedition und Tagesbüro. Im Untergeschoss befinden sich die Lagerräume, ein Atelier sowie ein Silo und Personalräume.
Innen wie aussen dominiert die rote Cornetto-Farbe. Über dem Verkaufskorpus ist die Decke mittels eines roten Panels etwas tiefer gelegt. Darin sind feine Lampen eingelassen, die das Angebot in den Vitrinen beleuchten. Die Frontseite der Theke ist mit einer Stahlplatte eingefasst. So auch die Rückwand des Verkaufsbereiches, wo das Tagesangebot mit weisser Kreide geschrieben steht. Der Boden im Café ist aus Laminat mit täuschend echtem Eichenholz-Motiv. Die Tische und Stühle wurden aus massivem, dunkel gebeiztem Eichenholz gefertigt.

Rössli, Bad Ragaz

Text: Regula Lehmann
Das Hotel Rössli in Bad Ragaz wurde im Winter grosszügig umgebaut, und zwar im gleichen Stil wie das Restaurant Rössli, welches bereits 1997 erneuert wurde. Zudem entschieden sich die Hotel- und Restaurantbesitzer Doris und Ueli Kellenberger, das gesamte Gebäude wärmetechnisch auf den neusten Stand zu bringen. So wurde die gesamte Hülle gründlich isoliert und grosse, schall- und kältedichte Fenster eingebaut. Die alte Ölheizung im Keller musste der ökologisch sinnvollen Wärmeaustausch-Pumpe weichen. So kann das warme Grundwasser der Region zur Energiegewinnung genutzt werden.
Nun aber zurück zum Kernstück des Umbaus: Der Architekt Karsten Schmidt-Hoens-
dorf vergrösserte die einzelnen Zimmer, indem er einzelne Räume zusammenlegte. Die Duschen, Bäder und Waschbecken sind nun direkt im Schlafzimmer eingegliedert und nur mit einer leichten, gelben
Glasschiebetüre vom Schlafraum abgetrennt. Die Toilette befindet sich in einem separaten Raum. Grossformatige Spiegel im Schlafbereich sorgen für ein zusätzlich grosses Raumgefühl und verstärken das eintretende Tageslicht. Die alten Teppichböden in den Zimmern wurden durch ein Parkett aus unbehandeltem, hellem Douglasie-Holz ersetzt. Kernstück aller Zimmer sind die hohen, weissen Betten der «Beautyrest Collection» vom amerikanischen Bettenhaus Simmons. Weitere Möbelstücke sind ebenfalls weiss gehalten, damit die kräftigen Rot-, Gelb-, Violett und Grüntöne der
Vorhänge, Sessel und Glaswände schön zur Geltung kommen.

Ausgabe 7/2009