Jade, Zürich

Text: Regula Lehmann

Das Restaurant/Club Jade in der Zürcher Innenstadt ist nach dem Vorbild verschiedener Trendlokale in Barcelona und New York gestaltet. Das Konzept ist wandelbar, ein sogenanntes Hybridmodell. Von Montag bis Freitagmittag dient der Raum als Restaurant, ist innert zwei Stunden ummöbliert und wird am Wochenende zum schicken Club. Die creme-beigen Polsterbanken aus Rindsleder, welche der Aussenwand entlang in Nischen angeordnet sind, bleiben jeweils im Restaurant sowie im Club-Betrieb bestehen. Die hohen, eckigen Zweiertische werden am Wochenende durch niedere Lounge-Tische ersetzt. Auch die breiten Catifa-Stühle werden für den Club-Betrieb durch schlichte, niedere Hocker ausgetauscht. 
Für die Innenausstattung wählte der Designer Marc Briefer eine klassisch-moderne Linie. Die Böden sind aus hochkantverlegter Räucher-Eiche, welche sich auch an der Barfront hinaufzieht. Die Bar-Oberfläche besteht aus Zinn, einem weichen, warmen Material.
Die mit Glas verkleidete Stütze an der Bar ist mit einem Siebdruck in der Farbe Beige hinterlegt, so dass ein feiner Spiegelglanz entsteht. Ein Hingucker sind die tief hängenden, riesigen runden Leuchten, welche mit zahlreichen kleinen LED-Leuchten ausgestattet sind und zum Rhythmus der Musik die Intensität und Farbe wechseln.

Käserei, Murten


Foto: Walter Mair

Die ehemalige Käserei in der Altstadt Murten wurde zu einem Restaurant umgebaut. Die Architektin Stephanie Kühnle hat die Elemente der facettenreichen Geschichte der Käserei und des Käseladens in ihr Gestaltungskonzept einfliessen lassen. So bleiben die ursprünglich kleinen Räume in ihrer Substanz erhalten. Im Erdgeschoss verschmelzen sie optisch aber zu einem grossen Ganzen, dank dem Fichtenholztäfer, welches sich durch alle Räumlichkeiten hindurchzieht. Das Täfer ist in unterschiedlichen Höhen angebracht und mit einem diagonal gefrästen Grundmuster verziert. Aufgesetzte Blütenblätter erinnern an die Motive der alten Buttermödeli.

Zentrales Element der Käserei ist die Bar, welche mit zinn- und goldfarbenen Fliesen versehen ist. Materialien wurden alle in ihrer ursprünglichen Farbe belassen. Der bewegt strukturierte Sumpflehmboden ist ein schöner Kontrast zu den golden glasierten Fliesen der Bar und den polierten Lederpolster in der Lounge.

Die Stühle und Tische sind eine spezielle Anfertigung und bestehen aus Nussbaumholz. Auch die Leuchten und Metallarbeiten wurden spezifisch für dieses Konzept entworfen.

Fairmont, le Montreux Palace, Montreux

Das Hotel Fairmont le Montreux Palace renovierte Anfang Jahr die Brasserie, die Lobby, die Rezeption sowie über 100 Gästezimmer und Suiten. Dabei ist ein modernes und helles Innendesign entstanden, welches sich in die historische Architektur einfügt. Das gesamte Konzept sowie sämtliche Möbel hat Fiona Thompson, Designerin von Richmond International gestaltet.
Die Rezeption, welche sich bis anhin auf der ersten Etage befand, wurde ins Erdgeschoss verlegt, wo die Gäste fortan auf der See-Seite willkommen geheissen werden. Im Erdgeschoss ist zudem eine Lobby-Lounge-Bar entstanden, welche die Rezeption mit der öffentlich zugänglichen Brasserie verbindet.
Die Brasserie wurde komplett renoviert, nur der Eichenboden blieb erhalten, wurde jedoch neu abgeschliffen und in einem etwas dunkleren Farbton lackiert. Eine neue, dunkle Holzverkleidung verleiht dem Raum eine typische Brasserie-Atmosphäre. Das schokoladenbraune, dunkelorange und graue Mobiliar setzt einen schönen Kontrast.
In den Zimmern und Suiten sind die Wände grau-beige gestrichen. So bilden sie einen dezenten Hintergrund für die neue Inneneinrichtung in den Farben Birne, Limette und Stein. Im Eingang sind die Böden aus geräuchertem Eichenholzparkett, in den anderen Bereichen ist ein gemusterter Teppich in den Farben beige und grün verlegt. Die Böden in den Badezimmern sind aus edlem Marmor, sowie übrigens auch die Böden in der Lobby und der Rezeption.

Ausgabe 8/2009