Nahrung wird knapp und teurer
Einmal hoch, dann wieder runter, die Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt trieben 2008 ein unberechenbares Spiel. Deshalb waren Verhandlungen mit Lieferanten schwierig. Gemäss Experten werden die Schwankungen die Märkte weiterhin prägen. Und die Preise werden langfristig steigen.
Der Weltmarkt der Agrarrohstoffe erlebt turbulente Zeiten. Nach langen Jahren, in denen die Branche mit stetig sinkenden Grundnahrungsmittelpreisen gesegnet war, stiegen die Weltmarktpreise im Jahr 2007 plötzlich stark an. In der ersten Hälfte 2008 erreichte der Gegenwert von Weizen, Pflanzenöl und Milch Rekordhöhen. Amerikanischer Weizen zum Beispiel, kostete letzten April rund 80 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ähnlich, aber etwas weniger ausgeprägt schnellten auch die Preise für Mais in die Höhe. Etwas später verteuerte sich der Reis. Im Mai 2008 hatte sich der Preis von thailändischem Reis gegen-über dem Vorjahresmonat fast verdreifacht (+296 Prozent). Dies, weil die thailändische Regierung für kurze Zeit einen Reis-Export-Stopp erlassen hatte, damit zuerst die heimische Bevölkerung ernährt werden konnte. Auch Pflanzenöl, Zucker und Kaffee erreichten im letzten Frühjahr auf dem Weltmarkt Höchststände.
Letzten Herbst hätte man meinen können, der Spuk sei vorbei. Der Markt und die Gemüter beruhigten sich wieder und der Preis für Agrarrohstoffe ging während drei Monaten in Folge zurück, blieb aber auf dem hohen Niveau von Ende 2007. Die Weltwirtschaft konnte kurz durchatmen – Ruhe ist damit aber nicht eingekehrt. Der globale Agrarrohstoffmarkt wird in den kommenden Jahren instabil bleiben. Experten gehen zwar nicht davon aus, dass ein derart rasanter Preisanstieg nochmals bevorsteht, trotzdem werden die Märkte unruhig bleiben und die Preise werden weiter schwanken. Langfristig ist gar von einer steten Teuerung auszugehen.
Gründe steigender Preise
An der globalen Preissteigerung von Agrarrohstoffen sind viele Faktoren Schuld. Sie verlaufen alle nach einfachen, volkswirtschaftlichen Gesetzen: Die steigende Zahl der Weltbevölkerung verlangt nach immer mehr Nahrung. Die Nahrungsmittelproduktion kann aber nicht in gleicher Geschwindigkeit erhöht werden. Steigende Nachfrage bei gleichzeitig konstantem (volkswirtschaftlich: unelastischem) Angebot führt zwangsläufig zu steigenden Preisen. In den vergangenen Jahren konnte die erhöhte Nachfrage noch mit den Lagerbeständen gedeckt werden. Die Reserven gehen aber zur Neige.
Schuld ist auch der neue Trend der Treibstoffproduktion aus Agrarrohstoffen. Im Jahr 2007 wurden rund 20 Millionen Hektaren Ackerland ausschliesslich für den Anbau von Pflanzen benutzt, aus denen anschliessend Ethanol oder Biodiesel produziert wurde. Der Agrarrohstoffmarkt ist wegen der generellen Knappheit gereizt. Wenn kurzfristige Ereignisse wie Ernteausfälle aufgrund von Dürren, Überschwemmungen oder Exportstopps einzelner Länder hinzukommen, reagiert der Markt mit heftigen, kurzfristigen Preisschwankungen, wie dies im Jahr 2008 geschah.
Vollständiger Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Salz&Pfeffer.
Ausgabe 1/2009

