Nam Thai, Scuol

Text: Regula Lehmann

«Nam Thai» heisst das neue Thai-Restaurant in Scuol. Es ist eine Erweiterung der beiden Hotels Belvédère und Belvair und befindet sich direkt im Engadin Bad Scuol. Das Lokal ist in zwei Räume unterteilt. In einer Art Gang, richteten die Innenarchitekten der Krucker Partner AG und der Barmade AG eine Lounge ein, im hinteren, runden Raum, ein Restaurant. Die Lounge ist an Wänden und Decken mit Bambus-Stämmen eingefasst, im Restaurant sorgen vereinzelte Stämme neben den Fensterscheiben und vor den dunkelbraunen Wänden für optische Wärme.
Punkto Farbenzusammenstellung waren die Inneneinrichter eingeschränkt, denn die beiden Hotels sowie das Bad wurden anno dazumal streng nach einem 6-Farben-Konzept eingerichtet. Und dieses gilt auch für das «Nam Thai». Deshalb dominieren dunkle Braun- und Grüntöne die Einrichtung, Boden und Wände. Die Tische sind aus dunklem Eichenholz und in derselben Farbe wie der Bambus. Den gleichen Farbton haben auch die geflochtenen Stühle aus Kunststoffgewebe. Verspielte Holzfurnier-Lampen schweben wie Wolken über den Köpfen der Gäste.
Die weissen Thai-Matten in der Lounge wurden extra entwickelt. Sie bestehen aus einem synthetischen, robusten Material, ähnlich einem Kunstleder. Als Kontrast zu den dunklen Farbtönen, sind die feinen, durchsichtigen Vorhänge sowie die Deko-Kissen in der Farbe Magenta. Ein Blickfang sind die beiden leuchtenden Buddha-Köpfe, eingelasert in ein Plexiglas. Sie werden von einer LED-Lampe, ebenfalls in Magenta, beleuchtet und verleihen dem Raum eine mystische Ambiance.

Helvetia, Zürich


FOTO: ROGER SCHMIDT

«Helvti», nannten die Zürcher früher liebevoll ihre Beiz beim Stauffacher. Sie war der Treffpunkt von Journalisten, Studenten und Künstler. Nach einem kurzen Auftritt als Restaurant «Marvin» folgte ein viermonatiger Umbau und nun heisst es wieder Helvetia. Das zweistöckige Restaurant und die Küche wurden erneuert, und die Wohnungen in den oberen Etagen sind zu Hotel-Zimmern umgebaut worden. Nur ein paar schützenswerte Schätze wie der Tresen aus dem Jahr 1913, die Parkettböden sowie einige Holz-Wandpaneelen blieben erhalten. Zu den historischen Elementen kombinierte die Innenarchitektin Claudia Silberschmidt von form.c moderne Möbel mit einem leichten Brockenstuben-Touch. Die Tische im Parterre mit ihren Schnörkelkanten sowie die neuen,  runden Lampen aus weissem Gips und innwendiger Stuckatur sind zwei Beispiele dafür.
In der unteren Etage wird getrunken, in der oberen getafelt. Ein fast drei Meter hoher, weisser Leuchter aus Pappmaché vom holländischen Hersteller «moooi», erhellt den Treppenaufgang in den ersten Stock. Auch dort zeigen sich kombinierte Elemente aus alt und modern: zum Beispiel die hell-olive-grünen Sessel mit den hohen Rückenlehnen, die an historische Eisenbahnmöbel erinnern. Die neue Helvetia sei eine Mischung aus Jugendstilelementen und Dandy-Chic, so die Verantwortlichen.
Für den kulinarischen Genuss sorgt übrigens Françoise Wicki, die sich im Basler Hotel Drei-König und im Luzerner Restaurant Jasper 16 GM erkocht hat.

Magma-Bar, Schinznach-Bad

Die Magma-Bar im Bad Schinznach hat sich einem Face-Lifting unterzogen. Bewährtes ist geblieben und Schwerfälliges wurde ersetzt. Dem feurigen Namen soll aber auch das neue Interieur gerecht werden und Wärme ausstrahlen.

Mittelpunkt ist nach wie vor die Theke mit den kunstvollen Eisenplastiken des Schweizer Künstlers Bernhard Luginbühl. Durch bessere Ausleuchtung mit LED-Lampen rückt das Prunkstück noch stärker ins Rampenlicht. «Ziel des Umbaus war es, Vorhandenes besser sichtbar zu machen und Überflüssiges wegzulassen», so die verantwortlichen Architektinnen Jasmin Grego und Daniela Aeberli von der «Grego Architektur GmbH». Den Windfang haben sie entfernt und dank der neuen Raumaufteilung ist der Blick auf den Kamin frei für alle Gäste. Die schweren roten Möbelstücke mussten den orangenen, kubischen Ledersesseln der Designergruppe EOOS von Walter Knoll weichen. Dazu passend kre-ierten die Architektinnen die orangenen Leder-Bänke und -Hocker sowie silberne und goldene Tische aus Zinn und Messing.

Die Magma-Bar soll einerseits den Stamm- und Kur-Gästen gerecht werden, andererseits ein junges Publikum aus der Region ansprechen. Diesen Spagat haben die Architektinnen mit ihrer dezenten Verjüngungskur gemeistert. Auch in der Praxis soll das Doppel-Konzept umgesetzt werden, denn in der Bar findet sich nicht nur ein Piano, sondern auch ein DJ-Pult.

Ausgabe 1/2009