Gran Café Motta, Zürich
Das Gran Café am Zürcher Limmatquai wurde nach einer viermonatigen Umbauzeit in völlig neuem Design unter dem Namen Motta neu eröffnet. Für die Gestaltung des neuen Konzepts konnte die Betreiberin Autogrill die Architektin Tilla Theus gewinnen.
Das alte Gebäude, welches einzelne Elemente der Renaissance-Architektur aufnimmt, steht seit 1968 unter Denkmalschutz. Während des Umbaus kamen alte Deckenstuckaturen zum Vorschein. Diese haben die Verantwortlichen kurzerhand in das Konzept mit aufgenommen und für den Besucher sichtbar gemacht. Die Raumhöhe des Gran Café wurde auf beachtliche 4,5 Meter angehoben, indem alte Zwischendecken entfernt wurden. Dafür sorgen jetzt schlichte Schalldämpfungs-Elemente für angenehme Ambiance. Auch ein altes Eichenholzparkett kam bei den Umbauten zum Vorschein. Dieses wurde ausgebessert und im vorderen Bereich nachgebaut.
Tilla Theus hat für das Café Motta einen offenen Raum angestrebt, in dessen Mittelpunkt die grosse Bar steht. Dazu gesellen sich kleine, runde Bistro-Tische für das gemütliche Verweilen sowie ein langer, hoher Tisch, welcher einer Theke nachempfunden ist. Die Wände bestehen aus silberfarbenem Schlagaluminium, in dem sich das Tageslicht spiegelt. Dadurch ergibt sich im Raum je nach Tageszeit eine andere Stimmung. Ein Blickfang sind die verspielt schwebenden Kerzen über den erhöhten Tischen sowie die grossen Messing-Luster aus dem Hause Foscarini, welche über der Bar prangen.
Vetter Hotel, Arosa
Als Patricia Breede und Martin Häfeli im Jahr 2007 das Vetter Hotel in Arosa übernahmen, war es noch ein Einsterne-Hotel mit Etagenduschen und kleinen, schlauchförmigen Zimmern. Nach einem umfassenden Umbau erscheint das Hotel nun in modernem, gradlinigem Design. Alle Aussenwände und Fenster wurden neu isoliert. Die Fassaden wurden rot gestrichen und die alten, äusserlichen Holzbauten durch neue ersetzt.
Der Grundriss des ehemaligen Hotels blieb im Groben bestehen, die Zimmer wurden allerdings vergrössert. Aus jeweils sechs kleinen Räumen haben die Verantwortlichen vier grosse Zimmer geschaffen und jeweils ein Badezimmer dazu gebaut. Insgesamt verfügt das Haus heute über 22 neue Hotelzimmer.
Für den Innenausbau wählte der erfahrene Architekt Häfeli drei Materialien: Stein, Holz und Glas. Das Holz, eine nordische Fichte, verwendete er für die Böden und Wände. Der Stein, ein Granit, wurde in den Bädern verlegt. Dekorationselemente wurden durchwegs bewusst weggelassen, Bilder ebenso. Dafür sorgen die Spot-Lampen entlang der Wände für Abwechslung, in dem sie das Relief des Holzes unterschiedlich stark ausleuchten. Die Vorhänge und einige Kissen in der Farbe Rot sorgen für Kontraste.
Domaine du Châtelard, Dirac (F)
Nach vielen erfahrungsreichen Jahren in der Schweizer Hotellerie haben sich Pascale Erni (ehem. Event Manager Badrutt’s Palace, St. Moritz) und Ivan Gotfredsen (ehem. Küchenchef Hotel Kempinski, St. Moritz, und Tschuggen Grand Hotel Arosa) den Traum vom eigenen Hotel erfüllt. Und sie haben sogleich mit grosser Kelle angerichtet: Sie eröffneten in Frankreich ein Hotel mit Restaurant. Das Haus liegt auf dem Land, etwa eine Autostunde von Bordeaux entfernt und hat einen riesigen Umschwung mit 80 ha Wiesen, Wäldern und einem grossen See.
Das Haus, die Domaine du Châtelard, stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde vom Vorgänger privat genutzt. Es verfügt über 10 individuell eingerichtete Zimmer. Die neuen Schweizer Besitzer wollen die nötigen Reparaturen nach und nach angehen und haben bisher eine neue Restaurantterrasse bauen lassen, die Stromversorgung erneuert und breite Hotelbetten angeschafft.
Bald erblüht auch der Garten nach dem Geschmack der Gastgeber: «Gerade haben wir einen Gemüsegarten bepflanzt, Trüffelbäume gesetzt, und bald spriessen 1500 Safran-Pflanzen», so Gotfredsen. In seinem Restaurant setzt er übrigens auf biologische französische Produkte und zelebriert damit eine internationale Küche.
Im Restaurant gibt sich bereits jetzt das Who’s who Frankreichs die Klinke in die Hand. So etwa Brigitte Bardot und Gérard Depardieu. Künftig sollen aber auch Ruhe suchende Schweizer Touristen und Seminargäste willkommen geheissen werden.
Ausgabe 4/2010

