Sparen für bare Münze
Wer Energie spart, schont die Umwelt, das Klima und erst noch das Portemonnaie. Bereits kleine Massnahmen führen schon zu grossen Resultaten. Wichtig dabei ist, dass die Mitarbeitenden motiviert sind, beim Energiesparen mitzumachen.
Früher galt ein sparsamer Wirt bei seinen Angestellten als Geizhals. «Jetzt will er, dass wir das Licht löschen und Strom sparen, nur damit er sich das neue Auto leisten kann», tuschelten die Angestellten hinter vorgehaltener Hand.
Doch das war einmal. Energie sparen ist längst en vogue. Die jungen Berufstätigen sind mit einem gewissen Nachhaltigkeitsbewusstsein aufgewachsen, wissen, dass Ressourcen nicht unendlich vorhanden sind und dass sparsam damit umgegangen werden muss. In Zeiten der globalen Erwärmung schätzen es auch die Gäste, wenn der Betrieb, in dem sie nächtigen oder speisen, einen möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck hinterlässt.
Der Gastronomie- und Hotelleriesektor verbraucht verhältnismässig viele Ressourcen. Und trotz einigen Bestrebungen sind noch immer viele Sparmöglichkeiten vorhanden ohne dass die Serviceleistungen darunter leiden. Je nach Massnahme könnten rund fünf bis zehn Prozent der Energiekosten eingespart werden, bei grossen Investitionen und im Extremfall sogar bis zu dreissig Prozent. Energiesparmassnahmen nützen nicht nur der Umwelt, sondern schonen zugleich das Portemonnaie, denn jeder Franken, der nicht für Energie ausgegeben wird, bleibt in der Kasse.
Die Wellnessanlagen weisen in den meis-ten Fällen einen sehr grossen Energiebedarf auf. Darauf folgen die Küche, die Lingerie, aber auch Kälteerzeugung, Heizung und Lüftung. Ein Wirt sollte sein Energie-Management also in dieser Reihenfolge unter die Lupe nehmen.
Das richtige Gerät
«Grundsätzlich ist der Einsatz von energieeffizienten Geräten entscheidend», weiss Urs Jenny, Präsident der ENAK, dem Verein, welcher sich für die Förderung der energetischen Qualität von gewerblichen Apparaten einsetzt. In seinem Beruf als Geschäftsführer der Küchen- und Konzeptplanungsfirma Creative Gastro und in seiner Tätigkeit bei ENAK, trifft Jenny immer wieder auf Betriebe, welche nicht die richtigen Geräte einsetzen. «Falsche» Geräte unterscheiden sich nicht etwa in der Marke von «richtigen», sondern in der Verwendung. Ein Betrieb, welcher am Mittag nie mehr als 50 Mittagessen schickt, aber einen Steamer für mindestens 100 Mahlzeiten benützt, verschwendet täglich riesige Strom- und Wassermengen, nur um ein halbvolles Gerät zu betreiben. Wer einen ersten Schritt in die Nachhaltigkeit machen will, sollte also zuerst einmal seinen Bedarf an Küchengeräten überdenken und zu grosse oder falsche Geräte ausmustern. Neuanschaffungen lohnen sich sowieso, da alte Geräte oft durchlässige Dichtungen aufweisen, an Wärme oder Kälte verlieren und ohnehin mehr Energie verbrauchen als neue. «In den letzten Jahren haben die Gerätehersteller grosse Fortschritte gemacht und energieeffizientere Geräte produziert», so Jenny. Spätestens wenn die Stromrechnung reinflattert, wird sich der Wirt also an seiner Neuinvestition freuen.
Die richtige Wahl aus einem grossen Angebot an Gerätemarken erweist sich oft auch für einen Profi als schwierig. Als Entscheidungshilfe hat die ENAK eine Software entwickelt, welche die Geräte anhand ihrer Daten direkt vergleicht. Ein potentieller Käufer kann damit die Energieeffizienz, Wasser- und Chemikalienverbrauch von Geräten verschiedener Hersteller direkt miteinander vergleichen. «Mit dieser Software wollen wir das Angebot transparent machen. Zudem motivieren wir damit die Gerätehersteller, die Energieeffizienz ihrer Produkte weiter zu optimieren», erklärt Jenny. Es geht ihm nicht darum, einen Hersteller zu bevorzugen, sondern darum, dass das richtige Gerät zum richtigen Benutzer findet. Der Verwendungszweck ist entscheidend, nicht so sehr die Marke. Gemäss ENAK konnten einige Gastbetriebe dank dieser Vergleichsmöglichkeit und dem Einsatz passender Geräte bis zu 30 Prozent an Energie sparen.
Effiziente Nutzung
Auch energieeffiziente Geräte müssen richtig bedient werden. Michael Reinhardt, Branchenmanager Hospitality & Health bei den Berner Kraftwerken BKW, kennt das Problem: «Es kommt oft vor, dass in einer Lingerie zwar die neus-te und beste Waschmaschine steht, diese aber nur halb gefüllt und das Waschmittel falsch dosiert wird. Damit gehen bei jedem Waschgang unnötige Mengen Energie, Wasser, Chemikalien und Geld verloren.» Deshalb sei es wichtig, dass die Mitarbeitenden laufend geschult werden und ausreichend instruiert sind, wenn eine neue Maschine angeschafft wird. «Ein Unternehmen, das viel Geld für eine neue Maschine ausgibt, sollte an der ausführlichen Instruktion der Mitarbeitenden nicht sparen», rät Reinhardt. Zudem empfiehlt er, zwischenzeitlich die Füllmengen mit einer Waage zu kontrollieren. Eine effiziente Massnahme mit wenig Zeitaufwand.
Die BKW sowie auch andere Energiewerke bieten ihren Kunden laufend Sparberatungen an und dies direkt vor Ort. Dabei geht es einerseits um konzeptionelle Massnahmen, aber oft auch um die kleinen Sparpotentiale. Ratschläge wie «schliess den Kochtopf mit einem Deckel», «verschliess die Kühlräume rasch» und «schalte die Geräte erst dann ein, wenn du sie wirklich brauchst» kann ein Energieberater nicht oft genug wiederholen.
Vollständiger Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Salz&Pfeffer.
Ausgabe 5/2010

