La Rösa, Valposchiavo

Text: Regula Lehmann,Tobias Hüberli/Fotos: Michael Heinrich

La Rösa liegt unweit der Passstrasse auf der Südseite des Berninapasses und diente früher als Post- und Säumerstation. Hier liess man damals die Pferde ruhen und nächtig-te in einem der Zimmer in der Herberge. Diesen Juli wurde La Rösa wiedereröffnet, neu als Agriturismo: Unten im Stall logieren die Ziegen, oben in den Zimmern die Hotelgäste.
Das Haus aus dem 17. Jahrhundert wurde unter der Leitung von Diego Costa, Marco Gervasi und dem Hotelier Jürg Mettler sanft renoviert. Wo immer möglich erhielten sie die alte Bausubstanz, die Steinmauern und die Holzböden. Nur die Nasszellen- und WC-Anlagen muss-ten erneuert werden, weil das alte Holz morsch war.
Die vier Einzel- und vier Zweierzimmer liegen auf zwei Stockwerken verteilt. Auf beiden Etagen befinden sich je ein Wohnzimmer und eine Küche, wo die Hotelgäste zum gemütlichen Abendessen zusammenkommen. Auch die beiden grossen Badstuben mit kupfernen Badewannen stehen allen Gästen zur Verfügung. Aufgeheizt wird das Wasser übrigens mit Holz und auch das Essen wird wie anno dazumal auf dem Holzofen zubereitet.
Bei den Renovierungsarbeiten fanden sich im Haus zahlreiche Trouvaillen, darunter antike Waschtröge, Geschirr sowie über hundertjährige Bettgestelle aus Lärche und Nussbaum, welche nach ihrer Restauration nun wieder in den Zimmern stehen. Die Matratzen sind zwar neu, aber nach alter Handwerkskunst aus edlen Rosshaaren gefertigt. Die farbigen Bettüberwürfe sind ebenfalls handgefertigt und äusserst wertvoll.

Sorell Hotel Rütli, Zürich

Das Sorell Hotel Rütli im Zürcher Niederdorf unweit vom Central wurde in fünf Monaten rundum erneuert. Mit Ausnahme der Cityrooms, den zwölf Gästezimmern, welche mit kunstvollen Graffitis dekoriert sind, wurden alle Zimmer komplett renoviert und teilweise vergrössert. Zwölf Einzelzimmer mussten zugunsten von acht zusätzlichen, grosszügigen Doppelzimmern weichen.
Die neu gestalteten Zimmer präsentieren sich hell und gross mit einigen Farb-akzenten. Die Böden bestehen aus einer PVC-Holzimitation, ein Material, das sich hygienisch einwandfrei reinigen lässt. Die Betten, je nach Zimmertyp zwischen 120 bis 180 Zentimeter breit, schmiegen sich in eine schön gestaltete Nische mit Bettkopfwänden aus Tapete. Die Nasszellen sind mit Glaswänden vom Schlafzimmer abgetrennt und am Boden mit dunkelgrauen und an den Wänden mit weissen keramischen Platten ausgelegt.
Das Hotel Rütli präsentiert sich bereits beim Betreten völlig neu. Die Eingangstür wurde beim Umbau weiter nach links verlegt. Damit erhält der Empfangsbereich mehr Raum und verschmelzt zugleich mit der Lobby und der angrenzenden Cafébar. Auch der Frühstücksbereich hat sich geöffnet und kann nun mittels einer Schiebewand unterteilt und damit auch als Sitzungszimmer genutzt werden.
In allen Zimmern sorgt eine neue Anlage durchwegs für angenehme Temperaturen – im Sommer für Kühlung und im Winter für Wärme.

Maximilianeum, Müchen (D)

Nicht mal ein Jahr dauerte die Renovation der Gaststätte im Münchner Maximilianeum. Das 1874 erbaute Gebäude dient seit 1949 als Sitz des Bayerischen Landtags, die vier bedienten Gasträume im Maximilianeum sind ein Treffpunkt  für Abgeordnete und Besucher und haben bei offiziellen Anlässen auch eine repräsentative Funktion. Für den Umbau und die Modernisierung beauftragte der Bayerische Landtag das Architekturbüro Hild und K. Die Landtagsgaststätte sollte architektonisch in die Moderne transportiert werden, ohne dabei die Würde des Altbaus zu verlieren.
Als prägendes neues Element wählten die Architekten ein florales Ornament, welches dem Maximilianeum-Erbauer Friedrich Bürklein zugesprochen wird. Das historische Ornament findet sich beispielsweise in den neuen Lehnen der Sitzbank im halbrunden Gartensaal oder im festlichen Maximiliansaal als Wandschmuck. An die Stelle der traditionellen Lüster tritt hier eine moderne Interpretation von Catalani&Smith. Auch das Farbkonzept wurde angepasst. Das bereits zuvor präsente Bordeaux-Rot, welches die Festlichkeit des Raums unterstreichen soll, wurde reduziert und findet sich nur noch dezent im Polster der Stühle und der Erkerbänke wieder.
Ein neu verlegter Eichenboden mit Nussbaumfries fasst die Gasträume optisch zusammen. Die abgenutzten Möbel wurden durch neue, grösstenteils von den Architekten exklusiv entworfene, ersetzt. Das kulinarische Angebot des neu gestalteten Gastronomiebereichs bleibt allerdings gleich. Gutbürgerlich, bayerisch.

Ausgabe 5/2010

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