Karriere im Gastgewerbe
Sechs Schweizer Hotelfachschulen bieten eine Ausbildung zum diplomierten Hôtelier-Restaurateur an, eine Hochschule in Lausanne lockt sogar mit einem Abschluss auf Universitätslevel. Das Angebot für Lern- und Karrierewillige ist gross, die Wahl entsprechend schwierig.
In der Schweiz bieten sechs Hotelfachschulen die Ausbildung an, welche mit dem Titel Hôtelière-Restauratrice HF, beziehungsweise Hôtelier-Restaurateur HF enden. Der Titel ist eidgenössisch anerkannt und geschützt. Vier Hotelfachschulen unterrichten in Deutsch (Chur, Zürich, Luzern und Thun), eine in Italienisch (Bellinzona) und eine in Französisch (Genf). Ein HF-Lehrgang ist das höchstqualifizierte nichtuniversitäre Studium.
Wer sich weiterbilden will, hat die Qual der Wahl. Denn obwohl jede der sechs Schulen auf das gleiche Ziel hinarbeitet und am Ende der Ausbildung denselben Titel vergibt, sind die Schulstrukturen, das Schulklima sowie die Intensität der persönlichen Betreuung durch die Fachlehrer unterschiedlich. Nicht zuletzt unterscheiden sich auch die Studiengebühren markant, was von den unterschiedlichen Subventionsleistungen durch die Kantone und der Höhe der Beiträge durch die Trägerschaften herrührt.
Für welche Hotelfachschule soll man sich denn nun entscheiden? «50 Prozent der Entscheidung wird durch das Bauchgefühl getroffen», sagt Josef Brogli, Mentor und Mitverantwortlicher der Ausbildungsqualität bei der Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich. Sicherlich schadet es nicht, sich im Internet gut über das Angebot zu informieren, aber wichtiger ist es, die Schulen persönlich zu besuchen und bei näherem Interesse das Gespräch zu den verantwortlichen Lehrkräften zu suchen.
Praxis steht im Zentrum
Die Hotelfachschulen sind aus der Berufsbildung heraus entstanden. Der übliche Weg hin zum Diplom führt deshalb über eine Berufslehre. Von den meist erwachsenen Studierenden wird erwartet, dass sie bereits in einem gastronomischen Betrieb gearbeitet haben. Wer eine branchenfremde Lehre absolviert hat oder eine Maturität vorweisen kann, muss bei Schulantritt ein Praktikum in einem gastgewerblichen Betrieb vorweisen können. Die Studierenden beginnen ihre Ausbildung an der Hotelfachschule durchschnittlich sechs Jahre nach ihrem Lehrabschluss.
Das Diplom einer Hotelfachschule ist im Arbeitsmarkt mehr als willkommen. «Wer eine Höhere Fachschule absolviert hat, den erwarten sehr gute Berufschancen», zitiert Josef Brogli vom Belvoirpark aus einer Studie des Absolventenverbandes ODEC. «Im Vergleich zu den Kollegen, die eine Uni absolviert haben, sind Fachschüler schneller in der Praxis und weisen daher eine höhere Berufszufriedenheit aus», ergänzt er.
Hotelier mit Bachelor
Eine eidgenössisch anerkannte Hotel-ausbildung auf Universitätslevel bietet die Hotelfachhochschule Lausanne (EHL) an. Der Studiengang «Bachelor of Science in International Hospitality Management» führt zur international anerkannten Auszeichnung und bereitet die Studierenden auf verantwortungsvolle Führungspositionen vor. Die Ausbildung dauert vier Jahre, wobei das erste Jahr als Vorbereitungskurs mit Praktika absolviert werden muss. Während der Unterricht in den Höheren Fachschulen praxisorientiert ist, fokussiert er in der Fachhochschule eher auf das Akademische. Der künftige Arbeitsort der EHL-Absolventen befindet sich eher im internationalen Umfeld. Im Anschluss an den Bachelor kann eine weitere Ausbildung, der «Master in Hospitality Admission» innert 14 Monaten erlangt werden.
Generell bieten die Schulen, sei das auf Hochschul- oder höherem Fachschulniveau, nicht nur eine fundierte Ausbildung, sondern auch ein interessantes, internationales Netzwerk. «Bei uns kommen rund 30 Prozent der Studierenden aus dem Ausland. Vorwiegend aus Lateinamerika, den arabischen Ländern und der Ukraine», sagt Mauro Scolari, Direktor der Hotel- und Tourismusfachschule Bellinzona.
Vollständiger Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Salz&Pfeffer.
Ausgabe 8/2010



