Dante Bar, Zürich

Text: Sarah Kohler/Fotos: Juliette Chrétien, ZVG

Cocktails im Chreis Cheib: Die Dante Bar setzt aufs Flair der Dreissigerjahre und lässt ein Stück Jazz- und Soulkultur aufleben. Justin Rayani (32) und Alvaro Marangoni (21) haben das kleine, bislang hinter verbarrikadierten Fenstern verborgene Lokal komplett umgebaut und rausgeputzt. Seit Anfang Februar laden sie nun in die ebenerdige Bar und ins Basement im Kellergeschoss. «A Bar and a Basement» – so simpel lautet denn auch das Motto des Dante. Die Einrichtung ist ebenfalls schlicht gehalten, wobei die Details einiges fürs Auge bieten. Erster Hingucker: der karierte Steinboden in Mint-Anthrazit. Die formschöne Bar verbindet Parkettelemente (Räuchereiche) mit Messing, und böhmische Kronleuchter tauchen den Raum in schummriges Licht. Das Mobiliar stammt mehrheitlich aus dem Geschäft von Marangonis Eltern, die am Rindermarkt auf Antikmöbel spezialisiert sind.

Rayani und sein Jugendfreund Marangoni verwirklichen mit der Dante Bar ein Herzblutprojekt. Dabei setzen sie auf ein unaufgeregtes, aber elegantes Ambiente: Auf der Bar stehen Teelichter, hinter der Bar Jungs mit selbstgebundener Fliege, und die Getränkekarten sind aus Messingresten, die nach den Arbeiten an der Bar übrigblieben, gefertigt. Bei den Getränken mögen es die jungen Gastronomen klassisch: Red Bull oder roten Wodka sucht man hier vergebens, dafür gibt es Gin in allen Varianten. Im Hintergrund läuft Jazz. Unten, im Basement, findet die Bar ihre Erweiterung. Hier soll, so planen die beiden Betreiber, sporadisch auch mal Livemusik zu hören sein. Die Wände sind mit Bildern aus der Royal Albert Hall tapeziert – und eine Reihe dunkelrot bezogener Klappsessel (Originale aus dem Londoner Konzerthaus) verleiht der gruftigen Location einen Hauch von Glamour.

Hotel D, Basel

Aus zwei mach eins: Das Hotel D im Herzen Basels ist aus zwei Wohnhäusern aus den Vierzigerjahren entstanden. Die Architekten Santos + Wyss verbanden die beiden Bauten zu einem Gebäude, glichen die unterschiedlichen Bodenlevels an und vereinten die ungleichen Konstruktionen zu einem würfelähnlichen Bau mit 48 Zimmern und Suiten. Seit letztem November finden hier Designverliebte und Trendbewusste, Geschäftsleute und Weltreisende allen Alters, was das Herz begehrt. Der Gast wählt die Grösse des Zimmers – von Size S mit 15 Quadratmetern bis zum XL-Zimmer inklusive Balkon in der sechsten Etage mit Blick über die Altstadt. Als Direktor amtet der Westschweizer Julien Baly. Der Absolvent der Hotelfachschule in Lausanne ist mit seinen 27 Jahren der Jüngste seiner Garde und setzt im Hotel D auf ein Rundumangebot für Arbeit und Entspannung – mit modernster Technik in den Zimmern, Fitnessstudio und Sauna.

Die ursprüngliche Verbindung der beiden Häuser setzt sich in der Materialisierung fort, für deren Konzept ebenfalls das Basler Architekturbüro verantwortlich zeichnet: Alle Materialien und Farben im Hotel sind miteinander kombinierbar und erzeugen gepaart mit der schlichten Linienführung eine harmonische Atmosphäre. In der Lounge dominieren warme Farben – sanfte Creme- und Brauntöne sind mit edlen Hölzern kombiniert. Die Zimmer sind in ruhigen, leichten Erdtönen gehalten. Und die Dekorkissen – das «kleinste Detail» – vereinen die komplette Farbpalette des Hotels. Apropos: Besagte Dekorkissen fanden ihren Weg ins Hotel D aufgrund eines Irrtums. Für ein Musterzimmer, das realisiert wurde, als die Arbeiten auf der Baustelle noch in vollem Gange waren, wurden nämlich Dekorkissen in einer normalen Grösse bestellt, um Farbe und Stoffwahl zu testen. Aufgrund eines Massfehlers wurden aber falsch produzierte Kissen angeliefert. Nun, das ungewöhnliche Format fand auf Anhieb Anklang – und gehört heute darum zum Hotel-D-Interieur.

Park Hotel Sonnenhof, Vaduz

Trifft hier Architektur auf Natur – oder doch umgekehrt? Klar ist: Im Park Hotel Sonnenhof in Vaduz verschmelzen die beiden Elemente auf elegante Art und Weise und ergeben eine harmonische Einheit. Jüngstes Beispiel dafür ist das sogenannte Adlernest, ein Terrassenrestaurant, das sich rund und scheinbar schwebend hinter mannshohen Dünengräsern aus dem Park erhebt und wie das überdimensionale Bauwerk des Königs der Lüfte anmutet. Die Holzelemente verschränken sich – wie die Äste eines Nests – ineinander und geben der Konstruktion eine Fassung. Hier eröffnet sich dem Gast die Sicht auf das Schloss Vaduz, auf das Rheintal und das atemberaubende Bergmassiv der Appenzeller Alpen. Hotel- und Küchenchef Hubertus Real, der mit einem Michelin-Stern sowie 16 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet ist, serviert dazu eine leichte, saisonal inspirierte Küche.

Der Bau ist symbolträchtig: Der Adler steht fürs Fürstenhaus Liechtensteins und das Schloss, das Nest für Geborgenheit und Offenheit zugleich. 1,85 Meter hohe ausfahrbare Glasscheiben sorgen für Weitblick und Windschutz. Und wie grosse Adlerschwingen entfalten sich oben drüber die Sonnenstoren. Seit September letzten Jahres arbeitete man im Sonnenhof mit Hochdruck an der Realisierung des augenfälligen Konzepts, für das die Idee bereits vor zwölf Jahren im Rahmen eines Brainstormings entstanden war. Für die Gestaltung des Adlernests zeichnet der renommierte Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea verantwortlich, der es sich zum Ziel setzte, das Hotel ins Zentrum eines neu gestalteten Parks zu rücken. So ist das Adlernest denn auch Teil eines ganzen Ensembles im weitläufigen Aussenbereich.

Ausgabe 2/2011

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