Les Gourmandises de Miyuko, Zürich
Wahrlich: Das «Les Gourmandises de Miyuko» im Zürcher Kreis sechs eröffnet eine neue Welt. Unverhofft trifft hier französische Patisseriekunst auf japanische Popkultur, vermengen sich Jugendstil und Mangadesigns, kommen Ästheten ebenso auf ihre Kosten wie Naschkatzen. Mit dem Lokal verwirklicht sich Sara Hochuli (29), Grafikerin mit eigenem Modelabel, Plastikhaar-Firma sowie einer Ausbildung in Zuckerartistik, zusammen mit Lebens- und Geschäftspartner Dominik Grenzler (34) einen Traum. Ein Ort zum Daheimfühlen sollte es werden. Eine Oase des gleichsam guten wie schrägen Geschmacks ist es geworden.
Im März eröffnete das Paar die Kombination aus Café und Patisserie-Boutique. Sie kreiert in der winzigen offenen Küche Pralinen, Torten und Konfekt, der Marketingmann sorgt als Gastgeber fürs Wohl der Besucher und die Auswahl an Kaffees und Tees. Die Nachfrage bestätigt die beiden jungen Gastronomen in ihrem Konzept. Bereits läuft es so gut, dass sie ihr «Miyuko» in den nächsten Monaten um einen Produktionsraum in Rümlang mit einer Konditorin–Confiseurin vergrössern werden.
Das Lokal bietet Platz für rund 25 Gäste und ist in drei Räume unterteilt: vorn gibt es die Boutique, in der Mitte liegt das Café mit Küche, hinten in der Lounge
ist Platz und Zeit, um zu verweilen. Die Einrichtung trägt die Handschrift der Betreiber; sie restaurierten und dekorierten die Brockenhausmöbel, entwarfen die Designs für Tapeten und Klebefolien. Dabei ging der ursprüngliche Charme des alten Winzerhauses mit der tiefen Decke und den Sichtbalken nicht etwa verloren – vielmehr erstrahlt es in der Kombination mit blassrosa oder hellblau getünchten Wänden, zärtlich arrangierten Details und überraschenden Accessoires in neuem Glanz.
Hotel Seerose Classic & Elements, Meisterschwanden
Schwemmholz, Sand, Stein und naturbelassenes Leinen – diese Materialien dominieren seit März im Haus «Classic» des Hotels Seerose am Hallwilersee. Unternehmer Felix Suhner hat die 17 Zimmer des Viersternebetriebs für 1,2 Millionen Franken komplett neu gestalten lassen. Als Innenarchitektin verpflichtete er Nicole Gottschall. Der «natural chic», wie die Verantwortlichen den Stil nennen, kommt nicht von ungefähr: Die Idee dazu kam Suhner nämlich bei einem Spaziergang mit der Familie, als er am Ufer Schwemmholz entdeckte. Dessen Beschaffenheit und Farbe gefiel – und diente in der Folge als Inspirationsquelle für den Umbau, der acht Wochen dauerte.
Die natürlichen Materialien sind mit feinen Farbnuancen kombiniert, etwa mit Leinen in Grau, Beige und Weiss. Als roter Faden zieht sich das Bau- und Dekorationselement Holz durch die neuen Zimmer. So besteht der Boden etwa aus weiss geölter Eiche oder die Rückwand des Himmelbetts aus Schwemmholz. Zudem wurde ein Silberahorn aus dem Garten der «Seerose» in Stücke geschnitten und grau glasiert. Nun ergänzt er die Einrichtung – sei es in Form von Sitzgelegenheiten am Tisch aus geschroppter Eiche oder in dünnen Holzscheiben als Bild an der Wand.
Lounge Verkehrshaus der Schweiz, Luzern
Die Ornamente an den Wänden haben es in sich: Da entdeckt man bei näherer Betrachtung nämlich Figuren, die sich subtil in die Muster einfügen. Eine Ballerina etwa, ein Mammut, einen Hai. Sie alle haben einen Bezug zum Filmtheater im Verkehrshaus in Luzern, flimmerten dort früher einmal über die Leinwand. Darum prangen sie jetzt in der neu konzipierten Lounge an der Wand. Aus der vom ZFV betriebenen Cafeteria ist ein Erlebnisraum geworden – mit dem Ziel, die Besucher zum genussvollen (und längeren) Verweilen zu animieren.
Die eigens für das Lokal gestaltete Grafik, die sich auch auf der Speisekarte oder den Glasuntersetzern wieder findet, ist nicht der einzige rote Faden in der neuen Lounge. Die Innenarchitekten der Retailpartners AG, Wetzikon, konzipierten diese mit einer klaren Linie und wiederkehrenden Elementen. Es dominieren warme Farben: So wurde der bestehende Granit- und Glasboden mit einem dunklen Eichenholzboden ergänzt, die Messingleuchten sorgen für einen güldenen Schimmer im Raum, und der in seiner Form einem Diamanten nachempfundene Barkörper glänzt schwarz. Für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen auch die Sitzgelegenheiten: In der neuen Lounge wählt der Gast zwischen eleganten Hochsitzen und gemütlichen Loungesesseln in allerlei Farben. Und er wählt auch am Buffet: Der Selbstbedienungsbetrieb wurde mit Schauvitrinen und Mini-Bildschirmen, die das kulinarische Angebot in bewegten Bildern präsentieren, gehörig aufgepeppt.



