You Coffee & Bar, Oftringen

Text: Sarah Kohler / Foto Titelbild: Daniel Bracher

Frühaufsteher? Oder Nachtschwärmer? Im «You Coffee & Bar» an der Hauptstrasse zwischen Zofingen und Oftringen kommt jeder Gast auf seine Rechnung, keine Frage. Kaffee und Gipfeli gibt es hier schon ab 6.30 Uhr in der Früh, mittags steht ein Menu auf der Karte, abends lockt die loungige Bar mit exotischen Drinks und Musik vom Plattenteller. Christos Giannoudis hat mit dem «You» eine Symbiose von Café, Bar und Restaurant geschaffen, die bei aller Vielfalt ein harmonisches Bild ergibt. Dafür sorgt im Speziellen die Dekoration, die sich wie ein roter Faden durch die Räume zieht. Orientalisches Flair – so lautet hier das Motto. Das Ambiente ist mediterran und prunkvoll. Im feudalen Fumoir kann man – typischer geht’s kaum – zwischen glänzenden Mosaikspiegeln und Berberkissen genüsslich eine Wasserpfeife rauchen. Im gediegenen Chambre rouge nippt man an einem leckeren Drink und entspannt. Und in der Cüplibar mit Goldwand und Kandelaber oder im Restaurant treffen Wohlfühl- und Businessatmosphäre in angenehmer Art und Weise aufeinander.

Die grosszügigen, hellen und modernen Räume sind mit Wandmosaiken in allen Farben, mit Holz-, Metall- und Steinelementen gestaltet. Der Blick schweift umher – und entdeckt zweifelsohne immer wieder ein neues Detail. Warme Töne geben hier den Ton an; da eine rote Wand, dort eine goldgelb leuchtende, da ein paar Teelichter, dort ein Kerzenständer. Entstanden ist so – direkt an der Autobahnausfahrt – ein atmosphärisches Künstlerlokal, das es dem Gast sehr, sehr leicht macht, den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen.

Restaurant Matisse, Basel

Im Basler Restaurant Matisse treffen Welten aufeinander. Werktags ist das Lokal über Mittag ein beliebter Treffpunkt für die Leute, die im Quartier arbeiten, abends und an den Wochenenden verwöhnt der mehrfach preisgekrönte Walliser Kochkünstler Friedrich Zemanek Gourmetliebhaber von nah und fern. Virtuos, wie man ihn kennt und liebt. Auch architektonisch galt es zu verbinden, was auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen passt: den modernen, gradlinigen Bau der Basler Architektin Silvia Gmür und den Glanz von anno dazumal, von Paris ums Jahr 1900, als der Kunstmaler und Bildhauer Henri Matisse Bekanntheit erlangte.

Ende letzten Jahres hat das «Matisse» seine Pforten neu geöffnet. Zemanek – als grosser Name – lockt, doch auch das Lokal an sich kann sich sehen lassen. Innenarchitekt Jan Simon Baeschlin von Steiger & Partner hat den einst unscheinbaren Betrieb in ein schrilles und gleichsam gemütliches Restaurant auf hohem Niveau verwandelt. Spielend harmoniert der grün eingefärbte Sichtbeton der Gegenwart hier mit Jugendstil-Lüstern und dem vorherrschenden Nussbaumholz, das in der Zeit von Matisse gern eingesetzt wurde. Das Lichtkonzept mit bewusst gesetzten Akzenten sowie liebevoll ausgewählte Dekoelemente hauchen den zeitgenössisch hohen Räumen Behaglichkeit ein. Dazukommt viel Textiles; ein roter Theatervorhang etwa, ein violettes Biedermeier-Kanapee in der Lounge, Samtkissen in Braun-, Cognac- oder Rottönen. Ein Arrangement von alten Spiegeln und Kerzen verströmt leichte Wärme und warme Leichtigkeit. Ja, im «Matisse» treffen Welten aufeinander. Und so tut sich eine ganz eigene auf.

Renaissance Zürich Tower Hotel, Zürich

Mit dem Mobimo Tower setzt das renommierte Basler Architekturbüro Diener & Diener in Zürich West ein neues Wahrzeichen. Die eindrückliche Grösse und das klare Design des Gebäudes sorgen für einen echten Hingucker. Genau das führt im Innern des Turms, auf den unteren 14 Etagen, das Renaissance Zürich Tower Hotel von Marriott weiter, das am 15. August eröffnete und von der SV Group geführt wird. Der bekannte Innenarchitekt Claudio Carbone hat hier eine Welt geschaffen, die Natur und Stadt verbindet und in deren Zentrum der Bezug zur Lage und zur Geschichte des Trendquartiers steht.

Entstanden ist eine Art urbane Behaglichkeit, ein raffiniertes Spiel mit Gegensätzen, bei dem Claudio Carbones Handschrift stets erkennbar bleibt. Ob in den insgesamt 300 Zimmern, im Konferenzbereich auf 1000 Quadratmetern oder in der Executive Lounge im 14. Stock und mit umwerfender Aussicht über die Stadt – der Hoteldesigner ist seiner klaren Formsprache durchwegs treu. Elemente aus Eichenholz ziehen sich als Symbol der helvetischen Beständigkeit ebenso durchs ganze Hotel wie die Farbtöne Grau, Goldbraun und Beige als Referenz zur typischen Schweizer Diskretion. Hochwertige Materialien – Glas, Kristall und Leder etwa, Naturstein und Stoffe unterschiedlicher Haptik – unterstreichen die Liebe zum Detail. Um die Umgebung im Innern des Hauses aufzunehmen, entwickelte Claudio Carbone ein durchgängiges Kunstkonzept. Sowohl in den öffentlichen Bereichen als auch in den Zimmern finden sich mit Motiven vergangener Tage bedruckte Aluminiumplatten wieder, die das industrielle Flair des pulsierenden Kreis fünf spiegeln.

Ausgabe 5/2011

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