Ganz persönlich

Mit «FARM» lanciert die Marinello & Co. AG ein Label für ausgewählte Produzenten. Dabei setzt der renommierte Gemüsehändler genauso auf seine Nähe zum Landwirt wie auf jene zum Gastroprofi.
Veröffentlicht: 17.06.2019 | Aus: Salz & Pfeffer 4/2019, Publireportagen
Zu Besuch bei «FARM»-Pionier Ernst Kämpf (Mitte): Tiziano Marinello und Susan Gantenbein von der Marinello & Co. AG.

«Ich bin der Bezug und die Prüfinstanz, mein Bauchgefühl ist das Kriterium.»

Er ist kein Fan von Labels. «Nein», sagt Tiziano Marinello. «Die sind zu wenig nah, zu wenig emotional. Ich halte sie für Augenwischerei.» Also tut er, was ein leidenschaftlicher Unternehmer eben tun muss: Er lanciert ein eigenes Gütesiegel. «FARM» heisst es – und geht an ausgewählte Produzenten, die den Gastrobelieferer und Abholgrosshändler Marinello & Co. AG mit frischen Gemüsen, Früchten, Kräutern und Sprossen versorgen. Das Vergabesystem ist simpel: «Ich bin der Bezug und die Prüfinstanz, mein Bauchgefühl ist das Kriterium», erklärt Tiziano Marinello. Er versteht «FARM» als Netzwerk und Plattform für Hersteller, mit denen das Familienunternehmen in der Regel seit Jahren gut zusammenarbeitet und die in unmittelbarer Nähe zum Zürcher Engrosmarkt wirken – im Schnitt nicht weiter als 23 Kilometer vom Standort entfernt, von dem aus Marinello täglich rund 250 Gastrobetriebe beliefert. Das Wichtigste ist dem Chef aber die menschliche Komponente: «Die ‹FARM›-Produzenten verstehen, was sie tun, und behandeln ihren Boden so, dass ihn die nächste Generation auch noch bepflanzen kann.»

Etwas wirklich Neues tut der Gemüsehändler mit diesem Engagement indes nicht. Marinello spannt ohnehin mit Schweizer Produzenten zusammen und verfügt während der Saison grossmehrheitlich über ein regionales Angebot. «Natürlich kaufen wir den Salat nicht aus dem Wallis oder vom Genfersee, sondern aus der Umgebung», sagt Marinello. «Aber wir betonten das bislang nicht laut genug, deshalb drücken wir der Sache nun einen Stempel auf.» Alle Lebensmittel, die mit dem im April lancierten «FARM»-Label ausgezeichnet sind, werden in der wöchent-lichen Frischpreisliste separat aufgeführt und in den Lieferscheinen deklariert. Die Resonanz sei sehr gut, so Marinello. «Das Vertrauen uns gegenüber ist vorhanden. Geschäftsleiterin Susan Gantenbein bestärkt ihn darin: «Der Gemüsehandel», sagt sie, «ist ein Peoplebusiness: Schlechte Anbieter haben langfristig keinen Bestand. Wo die Kunden bestellen, hängt also damit zusammen, wo sie sich wohlfühlen.» Mit «FARM» schreibt sich Marinello den engen Bezug, den er zum Abnehmer und zum Lieferanten gleichermassen pflegt, nun ganz selbstbewusst auf die Fahne. «Wir fungieren als Schnittstelle», so Gantenbein.

13 Produzenten hat Marinello bislang mit seinem neuen Gütesiegel geadelt, eine Handvoll mehr sollen es dereinst werden. Einer der «FARM»-Pioniere ist Ernst Kämpf. Der Gemüsebauer bewirtschaftet in Oberlunkhofen – gerade mal zwölf Kilometer vom Engrosmarkt entfernt – eine Hektare in Gewächshäusern und Folientunnels sowie rund 15 Hektaren Freiland. Er zieht ein buntes Potpourri an Gemüsen heran, versorgt Marinello unter anderem mit sechs Sorten Radieschen, mit Mini-Rüebli, Mangold und Krautstiel in verschiedenen Farben, aber auch mit Nischenprodukten wie Ochsenherztomaten, Cornichons oder Sommerportulak. Die fruchtbare Zusammenarbeit läuft bereits über 30 Jahre, und Kämpf ist vom passionierten Engagement der jungen Marinello-Generation sichtlich angetan. «Ihr macht was, das finde ich super», sagt er. «Ich glaube, dass es für die Abnehmer wichtig ist, zu sehen, wer hinter einem Lebensmittel steht – und für uns ist es natürlich auch schön.» 

In der Tat gibt Marinello den Herstellern mit dem neuen Label eine Bühne und verleiht den Menschen hinter den Produkten ein Gesicht. Bei aller Romantik hat der Unternehmer aber handfeste Ziele im Blick: «Für uns zählt auch das Volumen, wir möchten mit ‹FARM› nicht zuletzt die F&B-Ebene von grossen Gastronomiebetreibern erreichen», sagt er. Entsprechend ist das Label als Marketinginstrument konzipiert und bietet in Sachen Storytelling konkret Hand: mit Flyern und Postern, auf denen die Gesichter der Produzenten prangen. Das Infomaterial gibt Marinello den «FARM»-Lieferungen in einer ersten Phase einfach mal bei: «Dann schauen wir, was damit passiert.» Eine konkrete Idee hätte er allerdings schon: «Ich würde mir wünschen, dass die Poster in den Küchen oder Kühlräumen hängen würden – einfach da, wo die Leute mit den Lebensmitteln arbeiten, hinter 

Die Geschichte der Marinello & Co. AG hat ihren Ursprung in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, als sich Assunta Marinello als gewiefte Unternehmerin entpuppte und die Familie mit dem Verkauf von Gemüse und Salat, Früchten und Eiern über Wasser hielt. Heute ist der eigenständige, familiengeführte Gastrobelieferer und Abholgrosshändler aus der Branche nicht mehr wegzudenken. Vom Zürcher Engrosmarkt aus versorgt Marinello die Kunden in der Stadt und Umgebung mit frischen Früchten, Gemüsen, Kräutern, Sprossen, Molkereiartikeln und Tiefkühlprodukten (über die Tochterfirma Ibense SA) sowie diversen Spezialitäten. Seit 2012 ist mit Tiziano Marinello die vierte Generation am Ruder, Geschäftsleiterin Susan Gantenbein ist seit 2016 dabei.

Marinello & Co. AG, Aargauerstrasse 1, Markthalle, 8048 Zürich, 043 444 45 00, www.marinello.ch



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