Als der letzte von zehn Gängen serviert ist, fallen sich die fünf Spitzenköche in die Arme. Zufrieden und stolz auf das, was sie an diesem 20. September 2026 im Luxushotel Crans Ambassador in Crans-Montana geschaffen haben: Yannick Crepaux, Sylvain Stefanazzi Ogi, Félicien Christe, Emiliano Vignoni und Jhonny Setjo haben alle eine eigene Vorstellung von Spitzengastronomie und ganz eigene Handschriften. Aber an diesem Spätsommertag spannen sie zusammen für die Premiere des Gastro-Rendezvous Déli’Cima auf 1500 m ü. M.
Die fünf Köche vereinen 56 Gault&Millau-Punkte und einen Michelin-Stern auf sich. Der Stern geht auf Yannick Crepaux, der im Restaurant LeMontBlanc des Hotels LeCrans entscheidet, was auf die Teller kommt.
Seit mehr als 15 Jahren wirkt der Franzose dort. Und wenn er von seinen Anfängen in Crans-Montana erzählt, klingt das anders als die Gelassenheit, die ihn heute am Herd auszeichnet: «Ich war ein etwas wilder junger Kerl, der alles Mögliche ausprobiert hat. Inzwischen bin ich in der Küche ruhiger geworden. Ich habe meine ganz eigene Linie gefunden.»
Fisch würzen mit Mädesüss
Beim Déli’Cima fügt sich Crepaux in das gemeinsame Menü ein und übernimmt das Zander-Ceviche. Crepaux würzt den Fisch mit Mädesüss, das nach Mandeln schmeckt und viel Aroma hat. «Die Blüten sammle ich selbst», sagt Crepaux, der alles verwendet, das in seiner Umgebung wächst und das essbar ist. Manchmal folgt er einer Blüte den Bergen bei Crans-Montana hinauf. Holunder sammelt er zunächst in tieferen Lagen, bevor er später in der Saison weiter oben blüht.