«Yes, Mann», entfuhr es Nino Schüpbach, als seine Teller fertig waren. Seine Kochjacke war durchnässt, seine Finger waren leicht zittrig. Kameras hatten ihn im Fokus, vor dem Pass stand die Jury. Die anwesenden Medienvertreter und die Organisatoren hielten die Luft an. Er war der letzte Teilnehmer des Tages, doch von vorne.
Am 13. Oktober kochten sieben Köche in Bern gegeneinander im Halbfinal des Wettbewerbs Der Goldene Koch 2027. Die Pflichtzutaten waren ein Geflügelfond von Wettbewerbssponsor Nestlé und ein ganzes Schweizer Poulet - für sechs von ihnen war das ein Schock. In neunzig Minuten sollten sie daraus einen Secret Dish für die Jury zubereiten.
Als Erster musste Stéphane Demarcq vom Restaurant de l’Hôtel de Ville in Crissier ran, ohne zu sehen, wie die anderen es angehen würden. Die Sauce sei gut angekommen, sagte er später, doch mit Nestlé-Fonds zu arbeiten sei etwas anderes, als mit den eigenen Saucen zu kochen.
Während Demarcq seinen ersten Wettbewerb bestritt, war Simon Grimbichler (26) vom Catering-Unternehmen Restolike in Hindelbank wettbewerbserprobt: Er nahm bereits am Gusto-Kochwettbewerb teil und sammelte zudem Erfahrung mit dem Militär-Kochnationalteam. Grimbichler hatte sich mental gewappnet, falls etwas schiefgehen sollte. Tatsächlich: Ein Chip missriet ihm. Er blieb ruhig, was dem Jury-Mitglied und Sternekoch Fabio Toffolon imponierte.
Beat-Musik gegen Kopfkarussell
Als einzige Frau im Halbfinale dabei war Stefanie Siegenthaler vom Casino Bern, sie machte davor beim Swiss Culinary Cup mit und blickt auf zweieinhalb Jahre Erfahrung aus der Kochnationalmannschaft zurück. Die Nacht davor hatte sie mehr gedöst als geschlafen, beruhigt hat sie sich am Morgen mit Musikhören, «etwas mit Beat». Geholfen hat «Fire Starter» von Prodigy. Sie hatte Fisch im Warenkorb erwartet und kein Poulet. «Ich wusste, jetzt muss ich einfach was damit machen.» Jury-Mitglied Thomas Nussbaumer lobte später, wie die 38-Jährige mit Geschmack, Konsistenz und Textur gespielt hat. Sie selbst blieb vorsichtig: «Ich kann es gar nicht einschätzen. Ich hoffe einfach, dass es reicht.»