Schöne Aussichten

Die Klubschule Migros kooperiert erstmals mit Tourismusorganisationen und Hotellerie. Beim neuen Kursangebot mit Übernachtung spielt auch Kulinarik eine wichtige Rolle.
Text: Virginia Nolan – Fotos: Manuel Schönfeld – Fotolia.com / z. V. g.
Veröffentlicht: 03.08.2017

«Der Gast von heute will etwas erleben.»

Aquarellieren, Torten dekorieren, in der Sterneküche experimentieren – das und mehr kann, wer einen der zehn «Freizeitkurse mit Aussicht» bucht, welche die Klubschule Migros neu anbietet. Dafür spannt der orange Riese erstmals mit Tourismusorganisationen und Hotellerie zusammen. 2016 hatten die Klubschule Migros Ostschweiz, Schweiz Tourismus und Graubünden Ferien erstmals Kurse mit Übernachtung angeboten. Von Landschaftsmalen über Kulinarik bis zu Yoga – der Probelauf im Bündnerland, heisst es in einer Mitteilung der Klubschule, sei gut angekommen: «Für die beteiligten Organisationen war deshalb klar, dass sie das Angebot weiterentwickeln würden.»

Mit im Boot ist neu auch St. Gallen-Bodensee Tourismus. Hier verspricht man sich viel von der Strahlkraft der Marke Migros. «Wir hoffen, dass das Angebot unseren Hotelpartnern zusätzliche Logiernächte in auslastungsschwächeren Zeiten ermöglicht», sagt Tobias Treichler, Leiter Kommunikation. 2017 finden erstmals vier Kurse rund um den Bodensee statt. «Alles Spitze» lautet etwa das Motto in St. Gallen, wo Kursteilnehmer in die Geschichte der Textilstadt eintauchen, St. Galler Spitze verarbeiten und mit dem Küchenchef Rolf Schmitz vom Stadthotel Einstein Torten backen, die sie mit Spitzenapplikationen verzieren. Es sei das erste Mal, dass sein Haus ein Bildungsangebot dieser Art umsetze, sagt Michael Vogt, General Manager im Einstein. Man treffe damit den Nerv der Zeit, ist er überzeugt: «Der Gast von heute will etwas erleben.»

Ins gleiche Horn bläst, sagt Touristiker Treichler. «Gäste gewichten Lern- und Erlebniswerte immer stärker. Bildungstourismus hat grosses Potenzial.» «Experiential Travel» – Urlaub, bei dem der Gast etwas fürs Leben mitnimmt – gilt derzeit als Reisetrend schlechthin. Der moderne Mensch, stets auf Sinnsuche, mache die Exklusivität eines Aufenthalts nicht länger am Preis, sondern am Erinnerungswert fest, schreibt etwa das US-Wirtschaftsmagazin Forbes. Er wünsche sich authentische Begegnungen, wolle etwas erleben und lernen.

Ein genussvoller Weg zur Horizonterweiterung läuft über die Sinne. Nicht umsonst steht Kulinarik ganz oben auf der Liste, wenn Tourismusdestinationen mit dem Prädikat «authentisch» werben. Regionale Produkte rücken ins Rampenlicht und mit ihnen jene, die das heimische Terroir auf dem Teller inszenieren. So spielt die Küche auch im neuen Programm der Klubschule eine gewichtige Rolle. Auch im Bündnerland stehen Kursteilnehmer am Herd: Beim «Geniessen a la Grischa» führt René Stoye vom Hotel Guarda Val in Scuol Klubschüler in die Geheimnisse der Bündner Spezialitätenküche ein und fabriziert mit ihnen Souvenirs von Nusstorte bis Salsiz.

Der St. Galler Hotelier Vogt ist sich sicher, dass auch das kulinarische Erbe seiner Region dazu prädestiniert sei, das Potenzial von Bildungstourismus besser auszuschöpfen: «Sei es Fischen lernen, beim Winzer übernachten oder Bergkäse produzieren – von Bodensee bis Säntis bieten sich etliche Themen an.» Bei Klubschule und Tourismusorganisationen stösst das Anliegen auf offene Ohren. Ziel sei es, die «Ferienkurse mit Aussicht» nach und nach auf die ganze Ostschweiz zu erweitern, sagt Treichler von St. Gallen-Bodensee-Tourismus.

Die «Freizeitkurse mit Aussicht» der Klubschule Migros finden im September und Oktober 2017 statt, beinhalten zwei Übernachtungen und kosten zwischen 529 und 759 Franken pro Person.

www.klubschule.ch/Themen/Freizeitkurse-mit-Aussicht



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